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Ohren und Nase

Die beiden am besten entwickelten Sinne des Hundes sind das Hören und der Geruch. Beide sind besser als beim Menschen und prädestinieren den Hund zum Jäger.

Ohren und Gehör
Die Hundeohren unterscheiden sich äußerlich sehr stark, doch haben alle Hunde einen gleichermaßen guten Gehörsinn und können sehr hohe Frequenzen ausmachen, die der Mensch nicht hören kann. Es gibt große, hängende Ohren, die zum Beispiel dem Basset sein schläfriges Aussehen geben, und es gibt die kleinen, Aufrechtstehenden Ohren der Terrier. Cockerspaniels haben sehr behaarte Hängeohren, deren Ansatz sich im Kopfhaar verliert. Im Gegensatz dazu sind die Ohren der Bulldogge nur kurz behaart und stehen stramm nach oben wie Radarschirme.

Fledermausohren und Hängeohren (Behang)

Das Ohr im einzelnen
Obwohl das Ohräußere innerhalb der Rassen sehr stark variiert, sind Struktur und Funktion von Mittel- und Innenohr bei jedem Hund dieselben. Die Ohrmuschel Das Äußere des Ohrs besteht aus einem knorpeligen Gewebe, das mit Muskeln und Haut bedeckt ist. Bei den meisten Hunden sind die Ohren sehr beweglich und folgen den Lauten und Geräuschen. Die Ohrmuschel führt in den äußeren Gehörgang, einer kurzen Röhre, die vertikal hinabführt und später horizontal zum Trommelfell verläuft.

Das Mittelohr
Das Mittelohr des Hundes besteht aus dem Trommelfell und der Mittelohrhöhle, in der sich die kleinsten Knöchelchen des Körpers befinden, die Gehörknöchelchen. Sie sind nach Form und Funktion als Hammer, Amboss und Steigbügel benannt. Die drei Knochen sind miteinander verbunden: Geräusche, die vom Mittelohr aufgenommen werden, lassen das Trommelfell vibrieren. Dieses bewegt die Gehörknöchelchen, die das Geräusch ans Innenohr weiterleiten. So wird das Ohr durch Ausdehnung geräuschempfindlich, aber die Knöchelchen schützen das innere Ohr auch gegen zu starke Vibrationen, die durch laute Geräusche hervorgerufen werden, indem sie sich zusammenziehen.

Querschnittszeichnung vom Ohr

Das Innenohr
Weiter innen im Ohr befinden sich eine geräuschempfindliche Spirale, die so genannte Schnecke, und die Gleichgewichtsorgane (Vestibularapparat), die mit halbkreisförmigen Kanälen verbunden sind. Diese Kanäle registrieren Bewegungen, die Bogengänge und der Schlauch (Sacculus) geben die Informationen zur Balance des Kopfes. Dies ist der gleiche Vorgang wie bei Katzen und Menschen.

Stumme Hundepfeifen
So genannte stumme Pfeifen geben einen sehr hohen Ton ab, den der Mensch nicht hören kann, wohl aber der Hund! Dieser hohe Ton trägt auch weiter als ein tieferer und ist dadurch ideal, um weit entfernt laufenden Hunden Befehle zu geben. Hunde können Geräusche aus viermal größerer Entfernung ausmachen als ein normales menschliches Ohr.

Die Nase und der Geruchssinn
Mit am bemerkenswertesten ist der Geruchssinn der Hunde. Alle haben den angeborenen Trieb, alles zu beschnüffeln - Plätze, Menschen, andere Hunde. Der Geruchssinn gibt dem Hund jede gewünschte Information und ist etwa eine Million mal stärker als der des Menschen. Auch hat ein Hund vierzigmal soviel Hirnzellen, die mit dem Geruchssinn in Verbindung stehen, wie der Mensch.. Der Mensch nutzt diese Gabe aus und verwendet Schnüffelhunde, um Drogen, Bomben, defekte Gasleitungen, ja sogar Trüffeln zu finden. Die Sensibilität der Hundenase kommt teilweise dadurch, dass ihr Riechzentrum viel größer ist als beim Menschen. Bei diesem beträgt es etwa drei, beim Durchschnittshund 130 Quadratzentimeter. Dieses Zentrum ist mehrfach gefaltet, und die Falten und Ecken bilden »Fallen«, in denen die Gerüche hängen bleiben. Die Sinneszellen sind sehr eng zusammengedrängt, so dass pro Quadratzentimeter mehr Zellen Platz haben.

Warum die Hundenase feucht ist
Die Hundenase wird durch ein Sekret bestimmter Zellen Feuchtgehalten. Diese werden stimuliert, sobald neue Gerüche auftreten. Die in kleinen Partikeln vorhandenen Gerüche werden durch die Flüssigkeit aufgelöst und mit den Geruchszellen in Kontakt gebracht.

Querschnittszeichnung von der Nase

Atmung
Der Rachen ist der hinterste Teil der Schnauze, wo Luftröhre und Speiseröhre beginnen. Das so genannte Gaumensegel - eine weiche Ausdehnung des Gaumens- hängt herunter und teilt den Rachen in zwei Teile. Der Hund ist normalerweise ein Nasenatmer, wobei das Gaumensegel den Rachenraum abschließt. Da der größte Luftbedarf der Lungen durch die Nasenpassage zirkuliert, wird die Luft gefiltert, erwärmt und befeuchtet, bevor sie in die Lungen gelangt. Der Hund beginnt mit offener Schnauze zu atmen, wenn es sehr heiß ist, wenn der Hund viel gelaufen ist oder an einer Krankheit im Nasen-Rachen-Raum leidet.

Probleme bei kurzen Schnauzen
Bei vielen kurzschnauzigen Rassen kann das Gaumensegel Atmungsschwierigkeiten hervorrufen, da es seinen Sitz weit hinten im Kopf hat und den Rachenraum einengt. Dadurch können manche Hunde kaum mit geöffneter Schnauze atmen. Es kann gefährlich werden, hält man die Schnauze solcher Hunde zu, denn sie können allein durch die Nase nicht genügend atmen, vor allem wenn sie aufgeregt sind. Sie müssen durch Nase und Schnauze atmen, weil sonst das Gaumensegel im Rachen stecken bleiben kann.